12. Januar 2018

Donnerstag, 11.01.2018 - Abschied

Gleich am Morgen Blümchen gekauft, für den seit Grundschulzeiten seienden Freund und Hauptschulblues, um sie I. auf den Sarg legen zu können.
Mittags Fahrt nach S. Da viel Zeit übrig war - die Beerdigung war  für 14.30 Uhr angesetzt - schnell nach Braunau ins Café Graf auf einen Verlängerten und einen Topfenstrudel (das Café ist so gut wie die Homepage schlecht ist).

Die S.er Kirche liegt am höchsten Punkt des Dorfes, daneben die zweiklassige Volksschule, mit Blick weit nach Österreich hinein. Innviertel eben.
Fast alle Trauergäste waren schon da. Hauptschulbluesens Bruder erklärte, wer wer war, und langsam lösten sich die Gesichter auf und Konturen vor beinahe 50 Jahren kamen hervor. Es war eine Zeitreise im Kopf.
Die Blasmusik aus Mining am Inn, österreichisches Innviertel, spielte. Das zeigt nochmal die alte Verbundenheit von "ent und herent" (= hüben und drüben). Glocken läuteten. H. erinnerte sich daran, wie er aus der Klasse zum Zwölfuhrläuten geschickt wurde. Dickes Seil, dranhängen, zum Auf- und Abschwingen bringen.
Ein sehr junger Pfarrer mit Konturenhaarschnitt zelebrierte den Gottesdienst, der begleitet war von sensibel geführtem Chorgesang und einer äußerst zurückhaltenden Orgel, meist nur auf ein oder zwei Pfeifen spielend. Räuchern. Alles wurde beräuchert, auch später draußen auf dem Friedhof. Hauptschulblues gefiel das. Er räuchert seit seiner Kindheit. Rituale, Predigt über die Verwandlung von Wein in Wasser (nicht Bier), die Symbolik der Taufe (Untergehen und Wiederauftauchen).
Von den Angehörigen wurden H., der Bruder und der Freund zum anschließenden Gang ins Gasthaus gebeten. Dort viele Gespräche. Einen alten Klassenkameraden getroffen, der H. vor 50 Jahren in einer Schlägerei beisprang. H. war in der absoluten Unterzahl. Heute nochmal bedankt, Antwort: "Gern geschehn."
Morgen Abendessen beim Freund. Dann wird der Tag nochmal Thema sein.

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