11. Oktober 2017

Muttersprachlicher Unterricht

Seit Jahrzehnten organisieren Konsulate in Deutschland freiwilligen Unterricht für Schüler mit Migrationshintergrund. Die Lehrer werden meist von den jeweiligen Staaten ausgewählt, fortgebildet und bezahlt. Die Verantwortung für den Unterricht liegt dort komplett in der Hand der Herkunftsländer.
Dann gibt es aber auch noch muttersprachliche (Spanisch, Türkisch usw.) Lehrkräfte, die staatlich angestellt sind und seit den 80er Jahren in Bayern arbeiten. Und die nicht kündbar sind.
Obwohl:
  • sie sehr schlecht Deutsch sprechen
  • durch Sprachprüfungen fallen
  • und deswegen z. B. keinen islamischen Religionsunterricht nach bayrischem Lehrplan erteilen dürfen
  • auf Konferenzen fast nichts mitbekommen, nervös in ihren Taschen kramen oder gleich ganz fern bleiben
  • in der Grund- und in der Mittelschule exakt denselben Unterricht machen, so dass
  • SchülerInnen schon stöhnen, wenn sie hören, dass sie deren Unterricht besuchen sollen
  • sie  praktisch nicht einsetzbar sind, bestenfalls einer Lehrkraft zugeordnet werden und halt dem Unterricht passiv beiwohnen.
Dafür könnte man viele examinierte Lehrkräfte einstellen.

4. Oktober 2017

Schulentwicklung, Schulleitung und Kollegium

Fontanefan (http://fontanefan.blogspot.de) gab den Anstoß, dass Hauptschulblues sich wieder mit Schulentwicklung befasst, in nicht strukturierter, eher zufälliger Art und Weise. Obwohl er ja schon ein paar Jahre der aktiven Arbeit fern ist, denkt er immer wieder nach, wie es möglich war, sein Kollegium zu fast 100 % am Entwicklungsprozess zu beteiligen. Es gab Bremser, aber keine Blockierer. Letztere haben eine sehr wichtige Rolle. Sie müssen Überflieger vor dem Abheben retten.
Glück war erst einmal, dass das Kollegium sich für Schulentwicklung entschied, und zwar an der LMU München, im damaligen Netzwerk Innovativer Schulen, bei Dr. Sigel (http://www.edu.lmu.de/grundschulpaedagogik/personen/mitarbeiter/sigl) als einzige Münchner Hauptschule (aus dem Umland waren noch 2 oder 3 dabei) neben vielen Grund- und Förderschulen.
Den Weg der Schulentwicklung geben die Schulleitung oder eine Steuergruppe, falls es die schon gibt, mit ihren Visionen vor. Dabei dürfen weder Druck noch Geschwindigkeit ausgeübt werden. Vielmehr ist es wichtig, den KollegInnen Raum für eigene Ideen, für Selbstentwicklung, für Übernahme von Verantwortung zu lassen. Selbstorganisation und Eigeninitiative sind unabdingbare Voraussetzungen für Schulentwicklung. Hauptschulblues hatte Glück, er traf auf ein sehr qualifiziertes, selbstständiges Kollegium, welches ihm sein Vorgänger übergab.
Ausgangspunkt können die Fragen sein: Was haben wir schon? Was können wir gut? Was hätten wir denn gerne? Wo brauchen wir Unterstützung?
Kleine Schritte, keinen kontrollierenden Führungsstil; Lob und Ermutigung sind angesagt. Es ist sinnvoll, in dieser Übergangsphase schon mit kleinen Teams - Jahrgangsstufen- oder Fachteams - zu arbeiten. Eine Steuergruppe kann entstehen, wenn jedes Team eine/n MitarbeiterIn in diese entsendet.
Der Entwicklungsprozess dauert, er geht langsam vor sich. Aber er lohnt sich: Zufriedenheit der MitarbeiterInnen, weniger Krankheitstage, ein "Wir"gefühl stellen sich schon im Laufe der Erarbeitung ein. SpezialistInnen bilden sich heraus, es kann mehr delegiert werden.
Schule kann eine runde Sache werden.
Strukturierte Hilfen gibt es hier:
http://www.ifs.tu-dortmund.de/cms/de/Home/index.html
http://www.sls-bamberg.de/
http://www.kieler-schulleitungssymposium.de/content/index.php

11. September 2017

Schulentwicklung und die an ihr Beteiligten

Es gibt verschiedene Ebenen der Schulentwicklung: Hier geht es um die Mikroebene der Einzelschule und nicht um die Steuerung durch Schulträger oder Bildungsbürokratie. Die können aber auf jeden Fall mit einbezogen werden.
Meist geht der Impuls zur Entwicklung von Schule von der Schulleitung oder von einer schon existierenden Steuergruppe aus, wobei diese oft erst das Resultat einer Schulentwicklung ist.
Für Schulentwicklung muss es immer einen oder mehrere Gründe geben, z. B. allgemeine Disziplinprobleme, niedrige Bestehensquoten von Prüfungen, gesellschaftliche Veränderungen, hoher Migrationsanteil, Ruf der Schule usw. Schulentwicklung muss immer an den bestehenden Begebenheiten der Schule anknüpfen.
Schulentwicklung ist nur sinnvoll, wenn (fast) das ganze Kollegium dafür und daran beteiligt ist. Es wird immer KollegInnen geben, die sich ausklinken wollen. Hier macht es Sinn, ihnen die Rolle der kritischen Begleiter zuzuweisen: Bremser sind besser zu integrieren als Blockierer. Wichtig ist auf jeden Fall ein Lehrerratsbeschluss.
Dann muss jede Lehrkraft ihre eigene Arbeit und in der Zusammenschau jedes Kollegium die gesamtschulische Situation beschreiben: Was haben wir? Was hätten wir gerne? Was funktioniert gut? Was nicht? Eine kleine Evaluation des Bestehenden.
Kooperativer Führungsstil der Schulleitung und Transparenz von Entscheidungen sind dem Schulentwicklungsprozess dienlich, ebenso wie gegenseitige Wertschätzung, Zusammenarbeit, offene Kommunikation, hohe Leistungserwartungen und Engagement des Kollegiums.
Es ist wichtig, professionelle und erfahrene Schulentwickler in die Schule zu holen. Man findet sie beispielsweise an den Universitäten oder in Bildungsreferaten großer Kommunen. Auch die beiden großen Stiftungen der zwei bundesdeutschen Schulpreise mögen eine Hilfe sein. Schulentwicklung kostet Geld, aber das läßt sich oft finden und Geldmangel darf kein Hinderungsgrund für Entwicklung sein.
Das Kollegium ist Hauptbeteiligter am Prozeß. Daneben gibt es aber wichtige Akteure in der Schule, die nicht vergessen werden dürfen. Soll Schulentwicklung gelingen und das Resultat umgesetzt werden, dürfen auf keinen Fall Schüler, Eltern, Ehrenamtliche und Kooperationspartner fehlen. Gut wäre es auch, die Aufsichtsbehörde säße mit am Tisch, da Schulentwicklung ja eine ihrer hehren Aufgaben ist.
(to be continued... sometime: Es wird eine längere Sache)

8. Mai 2017

Hauptschulblues zieht um

Hauptschulblues zieht aus Gründen, die nicht erörtert werden, um.
Diese Seiten bleiben allerdings erhalten oder ziehen irgendwann auch mit.

Bis dahin werden wichtige Beiträge auch hier noch veröffentlicht.

Ab jetzt:
https://hauptschulblues.wordpress.com

3. Mai 2017

Tag der Pressefreiheit - die Namen inhaftierter JournalistInnen

Quelle: Reporter ohne Grenzen
Wahrscheinlich sind es noch viel mehr ...

Ägypten: Mahmoud Hussein. Mohamed Hassan. Hamdy Mokthar. Osama Al-Bishbishi. Omar Adel. Ahmad Mansi. Anwar Al-Sabry. Ismaïl Alexandrani. Hisham Gaafar. Mohamed Al Batawy. Mohamed Abdel-Moneim Imam. Hassan Al Kabani. Imad Abu Zaid. Omar Abdel Maksoud. Abdel Rahman Shaheen. Mossad Albarbary. Hani Salah Al Din. Saeed Abuhaj. Samhi Mustafa. Abdullah Al-Fakhrany. Mohamed Al-Adly. Mahmoud Abu Zeid. Mahmoud Abdel Nabi.
 
Aserbaidschan: Elchin Ismayilli. Ikram Rahimov. Afgan Sadygov. Fikret Faramazoglu. Javid Shiraliyev. Seymur Khazi. Arshad Ibrahimov. Araz Guliyev. Nijat Aliyev.
 
Äthiopien: Worku Getachew. Temesghen Desalegn. Asfaw Berhanu. Woubeshet Taye. Saleh Idriss Gama. Tesfalidet Kidane Tesfazghi. Shiferraw Insermu.
 
Bahrain: Mahmood Al-Jazeeri. Hussam Sroor. Ahmed Zain el Deen. Mustafa Rabea. Sayed Ahmed Al-Mousawi. Jaffar Marhoon. Hussein Hubail. Ahmed Humaidan. 
 
Bangladesch: Salam Abdus. Salah Uddin Shoaib Choudhury. Rahman Mahmudur. 
 
China: Gao Yu. Chen Yongzhou. Guan Jian. Qi Chonghuai. Ma Shiping. Korash Huseyin. Zhu Wanxiang. Lu Jianhua. Tashi Gyaltsen. Lobsang Dhargay. Thoe Samden. Tsultrim Phelgay. Jampel Gyatso. Nurmuhemmet Yasin. Zhang Wei. Zuo Shangwen. Abdulghani Memetemin. Lu Wanbin. Ma Linhai. Li Jian. Lin Youping. 
 
Demokratische Republik Kongo: Serge Kabongo.
 
Eritrea: Nebiel Edris. Ahmed Usman. Mohamed Osman. Identität unbekannt. Eyob Netserab. Hamid Mohamed Said. Saleh Al Jezaeeri. Seyoum Tsehaye. Temesgen Gebreyesus. Emanuel Asrat. Dawit Isaac. 
 
Gambia: "Chief" Ebrima Manneh
 
Indien: Santosh Yadav
 
Iran: Karimian Ramin. Saghafi Morad. Deldam Saleh. Karimian Zeniab. Riahi Tahereh. K aivan Karimi. Meisam Mohammadi. Issa Saharkhiz. Ehssan Mazndarani. Saman Safarzai. Afarine Chitsaz. Arash Zad. Narges Mohammadi. Khosro Kurdpour. Mohammad Sadegh Kabovand.
 
Kamerun: Lewis Medjo. Ahmed Abba. 
 
Kasachstan: Janbolat Mamay. Yaroslav Golyshkin. 
 
Kuba: Yoeni de Jesús Guerra García. José Antonio Torres. 
 
Kuwait: Ayyad Al-Harbi.
 
Laos: Thongpaseuth Keuakoun
 
Libyen: Abdullah Ali Al-Sanussi Al-Darrat
 
Marokko: Hicham El Mansouri
 
Nordkorea: Song Keum Chul
 
Oman: Youssef Al-Haj
 
Republik Kongo: Ghys Fortuné Bemba
 
Russland: Seit: Zhalaudi Geriyev. Aleksandr Sokolov. Aleksandr Tolmachev.
 
Saudi Arabien: Nazir Al-Majid. Alaa Brinji. Wadji Al-Ghazzawi.
 
Somalia: Abdilmalik Muse Oldon. Mohamud Mohamed Dahir.
 
Syrien: Jihad Assad Mohamed. Thabet Ahmed Al-Mhaisen. Mohamed Omar Al-Khatib. Hussein Issou. Abdel Majid Rashed Al-Rahmoun. Maher Dib. Moheeb Al-Nawaty
 
Tadschikistan: Khikmatullo Sayfullozoda.
 
Thailand: Somsak Pakdeedech. Somyot Prueksakasemsuk
 
Türkei: Deniz Yücel. Ahmet Sik. Mahir Kanaat. Ömar Çelik. Tunca Öreten. Akin Atalay. Bülent Utku. Önder Çelik. Mustafa Kemal Güngör. Hakan Karasinir. Güray Tekin Öz. Turhan Günay. Musa Kart. Kadri Gürsel. Murat Sabuncu. Mehmet Altan. Ahmet Altan. Atilla Tas. Gökçe Frat Çulhaolu. Murat Aksoy. Ercan Gün. Inan Kizilkaya. Gültekin Avci. Ayenur Parildak. Yakub Çetin. Ali Akkus. Sahin Alpay. Ahmet Turan Alkan. Ali Bulaç. Mümtaz'er Türköne. Aye Nazl Ilcak. Hanim Büra Erdal. Hüseyin Aydin. Cihan Acar. Seyid Kiliç. Abdullah Kiliç. Habip Güler. Ufuk Sanli. Vedat Demir. Yetkin Yildiz. Emre Soncan. Abdullah Özyurt. Aytekin Gezici. Isa Siyi. Arafat Dayan. Mehmet Baransu. Özgür Amed. Hidayet Karaca. Miktat Algül
 
Turkmenistan: Saparmamed Nepeskuliev.
 
Usbekistan: Barno Khudoyorova. Dilmurod Sayid. Bakhrom Ibragimov. Davron Kabilov. Ravshanbek Vafoev. Botyrbek Eshkuziev. Salijon Abdurakhmanov. Gayrat Mikhliboev. Jusuf Ruzimuradov
 
Venezuela: Braulio Jatar.
 
Vereinigte Arabische Emirate: Tayseer Al-Najjar
 
Vietnam: Nguyen Van Hoa.
 

24. April 2017

Sind mehr als 35% Migrantenkinder pro Klasse problematisch?

Bildungsministerin Ilse Wanka hat eine Diskussion losgetreten.
Sie fordert nämlich, den Anteil an Migrantenkindern pro Schulklasse zu begrenzen.
Was genau sie meint, lässt sie offen.
Ihr zur Seite gesprungen ist gleich der Philologenverband. Schulklassen mit einem Migrantenanteil von mehr als 35 Prozent seien problematisch, sagte der Vorsitzende, Heinz-Peter Meidinger.
Wie das durchzusetzen ist, darüber macht sich niemand Gedanken. Sollen die "überzähligen" Kinder einen weiten Schulweg auf sich nehmen? Was ist, wenn stadtviertelweit die Quote bereits ausgeschöpft ist?
Bildergebnis für migrantenkinder in schulen
Foto: taz
Hauptschulblues hat in seiner vierzigjährigen Tätigkeit oft erlebt, dass Kinder mit Migrationshintergrund ein blütenreineres Deutsch sprachen als Kinder mit deutschen Wurzeln.
Gehört das schon zum Wahlkampf? Dann ist es eine billige Methode, Stimmen zu heischen.
Wenn nicht, sollten Politiker vor öffentlichen Äußerungen erst einmal nachdenken.

16. April 2017

Bellevue di Monaco

Dutzende freiwillige Helfer, Flüchtlinge und Mitglieder der Sozialgenossenschaft Bellevue di Monaco haben mit Hilfe von Handwerkern und zwei Architekten von "Hirner & Riehl Architekten" in nur fünf Monaten aus einem Abrisshaus ein Wohnhaus für 20 bis 25 junge Geflüchtete geschaffen. Jetzt können diese auf fünf Etagen in ihre neuen Wohngemeinschaften ziehen. Zwei Stockwerke sind für junge Frauen reserviert, drei für männliche Flüchtlinge, die sich, betreut von fünf Jugendhilfeträgern, auf ein eigenständiges Leben in München vorbereiten.
Das ist ein wunderbares Projekt von Bellevue di Monaco, einer Genossenschaft, die der Landeshauptstadt München mit Unterstützung vieler Prominenter die drei Häuser abgehandelt haben. Das Kommunalreferat hätte die drei Häuser in der Müllerstraße wahrscheinlich noch jahrelang brach liegen lassen.
Jetzt werden sie mit Leben gefüllt - und jeden Montag gibt es dort Musik.

Schulleiterkongress? Schulleiterkongress!

Es gibt zwei bzw. drei große Schulleitungskongresse in Deutschland.
  • Bamberg: Hier findet alle zwei Jahre das "Bamberger Schulleitungssymposium" statt, heuer am 13. und 14. Oktober wieder.
    Das Bamberger Schulleitungssymposium ist eine Veranstaltung, die bereits 1988 von Prof. Rosenbusch ins Leben gerufen wurde und bis heute bundesweite Anerkennung findet. Im Zweijahresrhythmus treten pädagogische Führungskräfte aus ganz Deutschland mit Vertretern aus Wissenschaft und Bildung in einen intensiven Austausch über wichtige Themen aus den Bereichen Schulmanagement, Schulqualität und Schulentwicklung.
    Kiel: Im Wechsel mit Bamberg veranstaltet das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) das Schulleitungssymposium. Es fand zuletzt 2017 statt. Hervorragend und gleichzeitig amüsant sind die Vorträge von Prof. Annette Scheunpflug (auf beiden Veranstaltungen).
  • Düsseldorf: Der Deutsche Schulleiterkongress ist die größte dieser Veranstaltungen. Der nächste Kongress findet 2018 statt.
 Ich kann den interessierten Lehrkräften und SchulleiterInnen aller Schularten nur empfehlen, von diesen Tagungen Gebrauch zu machen.

10. April 2017

Realschulen überfüllt - Klassenstärken erhöht

Wie in der Tagespresse zu lesen ist, können in München etwa ein Viertel der Anmeldungen an den Realschulen nicht angenommen werden. Eine der Reaktionen, die durchaus übliche, ist die Klassenstärken zu erhöhen. Nach oben gibt es ja keine Grenze.
Es könnten aber auch Eltern dahingehend beraten werden, ihr Kind auf die Mittelschule zu schicken. Aber die Grundschulkollegien haben oft Vorurteile, manchmal sogar Ängste vor der Mittelschule.
Dabei sind die Kinder auf der Mittelschule oft glücklicher und entspannter als an den anderen weiterüfhrenden Schulen, weil ihnen dieser Schultyp angemessen ist. Und eine Sackgasse ist er keineswegs.

2. März 2017

Schlechte Chancen für SchülerInnen mit Migrationshintergrund

Die BertelsmannStiftung hat am 1.3.2017 den neuen Chancenspiegel Schule veröffentlicht.
Es bleibt dabei: Bildungschancen hängen nach wie vor stark vom sozialen Milieu und vom Migrationshintergrund ab. Sprachförderung, Ganztagesschulen und regionale Unterschiede waren heuer die Schwerpunkte der Untersuchung.
Bei der Sprachförderung haben es MigrantInnen, besonders in Ostdeutschland, besonders schwer. Dort soll es ja weniger als im Bundesdurchschnitt geben. Werden sie deshalb weniger wahrgenommen?
Der Anteil der ausländischen Schulabbrecher stieg ein wenig auf nunmehr 12,9%. Was das für deren Zukunft heißt, kann man sich ausmalen.
In Sachsen besuchen bereits ungefähr 80% der SchülerInnen eine Ganztagesschule, in Bayern gerade mal 15%. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: Ausstattung mit Geld und Lehrerstunden.

28. Februar 2017

Fehlende Aushilfskräfte - Die große Leere an Münchner Schulen

Das schreibt heute die SZ auf der ersten Seite im Münchner Teil: http://sz.de/1.3397749


Insgesamt ein geschönter Artikel, da die Probleme zum großen Teil hausgemacht sind. Natürlich sitzen, wenn aus drei Klassen zwei gemacht werden, nicht nur 25 Schüler in den Klassen - die Schülerstärken steigen - sondern es geht bis an die Obergrenze von 30-32 Kindern. Letztes Schuljahr war die 8. Klasse einer mir bekannten Mittelschule ca. 6 Monate ohne Lehrer, das macht sich jetzt noch bemerkbar, in den Leistungen und den Sozialstrukturen. Vergessen hat man auch zu schreiben, dass es Lehrern aus anderen Bundesländern sehr schwer gemacht wird einzusteigen. Man könnte gerade denken, dass außerhalb Bayerns die pädagogischen Entwicklungsländer beginnen und alle Lehrer dort nicht richtig ausgebildet sind. Offensichtlich ist aber so viel Geld in den Staatskassen, dass Herr Söder von Steuersenkungen spricht. Populärer vor den Wahlen wäre allerdings, mehr Geld für Bildung zur Verfügung zustellen. Letztes Schuljahr war die Situation ähnlich, da sandte man keine Hilferufe aus dem Ministerium sondern zeigte sich recht hochnäsig. Eine Lehrerin aus einem baden-württembergischen Gymnasium mit einem 1er Schnitt durfte sich nicht einmal nachqualifizieren, weshalb sie sich prompt bis Schuljahresende krank schreiben ließ und dann eine besser bezahlte Arbeitsstelle bei einer Stiftung fand. Bayerischen Realschul- und Gymnasiallehrkräften ohne Anstellung wird die Nachqualifizierung für die Mittelschule mit Stolpersteinen und Vorschriften erschwert. In diesem Februar war die oben erwähnte Schule übrigens drei Wochen ohne Klassenlehrer für eine 6. Ganztagesklasse, weitere drei Lehrer waren auch noch erkrankt, ebenso eine schwangere Kollegin. Alle Inklusionsmaßnahmen, Differenzierungen und Fördermaßnahmen bleiben auf der Strecke, bestehen zwar auf dem Papier, sind in der Realität jedoch bloße Beteuerung. Vielleicht übernimmt ja unser aller Landesvater auch hier das Ruder; Herr Spänle als zuständiger Minister und seine untergeordneten Stellen scheinen ja wirklich überfordert zu sein.

23. Februar 2017

"Schule ohne Rassismus" bekommt AfD-Funktionär als Rektor ...

... so titelt heute die SZ.
Da gibt es in Oberfranken eine"Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage", wobei man schon froh seim muss, dass es solche Schulen überhaupt außerhalb der Ballungsräume gibt.
Oberkotzau heißt das Dorf. Der alte Schulleiter geht in Ruhestand, ein neuer Schulleiter wird berufen.
Der ist nun Mitglied der AfD.
Wie kann das zusammenpassen?
Der Regierung von Oberfranken wäre mehr Fingerspitzengefühl zu wünschen gewesen.
Aber dort wird ja nur nach formalen Kriterien entschieden: Wie ist die letzte Beurteilung, wie oft schon hat sich jemand beworben?
Dass hier wahrscheinlich eine jahrelange Schulentwicklung kaputt gemacht wird, interessiert nicht.

17. Februar 2017

Wieder: Karl Markus Gauß

Wiederholt habe ich auf den österreichischen Publizisten Karl Markus Gauß hingewiesen.
Jetzt hat er wieder ein Buch veröffentlicht:




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Es ist großartig.
Er beschreibt nationale Minderheiten in Europa mit europäischem Blick.
Mit Ausnahmen schreibt er über Menschen und Landschaften in Südosteuropa.

9. Februar 2017

Staatlicher Lobbyismus für Privatschulen ...

... oder der Verfall von Werten.
Die neue US-amerikanische Bildungsministerin DeVos unterstützt sog. "Vertragsschulen" (charter schools). Das sind Schulen, die zwar staatliche Lehrer einstellen und an staatlichen Prüfungen teilnehmen müssen, aber ansonsten den Status von Privatschulen haben.
Staatliche Vorschriften gelten je nach Vertrag oder auch nicht. Meist sind die Schulen sehr klein, weisen aber dafür übergroße Klassenstärken auf. Ethnische Minderheiten können sich in ihre eigenen Schulen zurückziehen.
In Michigan, dem Staat, aus dem Frau DeVos kommt, und in dem sie sich vehement für die Charter Schools eingesetzt hat, haben die Schüler bei Pisa angeblich "prekär" schlecht abgeschnitten (so die taz am 9.2.2017). Das Bildungsniveau der USA bewegt sich seit 2006 im durchschnittlichen OECD-Bereich), in Mathematik leicht darunter.

23. Januar 2017

Wer setzt sich durch?

Es gibt einen Interessenskonflikt zwischen der bayerischen Staatsregierung und den bayerischen Wirtschaftsverbänden.
Diese suchen nämlich händeringend Auszubildende und glaubten, durch die in den beiden letzten Jahren angekommenen Flüchtlinge wieder Nachwuchs zu finden. Bayern hatte sich 2015 mit Wirtschaftsverbänden verpflichtet, 60 000 Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren.
Dieser Verpflichtung arbeitet die CSU entgegen.
Die Bündnisse "Wir zusammen" und "Ankommen in Deutschland", von Wirtschaftsverbänden initiiert und getragen, werden von der Staatsregierung lahm gelegt. Und das durch einen Passus des neuen Integrationsgesetzes. Bayern hatte eine Lücke entdeckt: Dort heißt es in § 60a des Aufenthaltsgesetzes, dass eine Duldung zu erteilen sei, wenn konkrete Maßnahmen zur Aufenthaltbeendigung nicht bevorstehen. Diese liegt aber nach Auffassung bayerischer Behörden vor, wenn Flüchtlinge einen Pass beantragen.
Unternehmen brauchen aber Planungssicherheit, um jugendliche Flüchtlinge auszubilden. Die IHK in Bayern und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag fürchten um ihr Ziel, bis 2019 60 000 Flüchtlinge in Ausbildungsplätze zu vermitteln.
Der Grund für die bayerische Haltung liegt auf der Hand: Man will sich so weit rechts positionieren, damit der AfD nur noch wenig Platz bleibt.
Vielen Auszubildenden droht die Abschiebung in ihre "sicheren" Heimatstaaten, wie Afghanistan, wo vor kurzem das deutsche Konsulat in die Luft gebombt wurde.
Foto: Nora Klein, taz
Den SchülerInnen der SchlaU-Schule in München wird der Boden unter den Füßen weg gezogen.
Wer setzt sich durch? Wirtschaftsverbände oder die CSU?

17. Januar 2017

Münchner Schulpreis 2017


Am 17. Januar 2017 war die Preisverleihung.

Erster Sieger wurde die SchlaU-Schule.
Schulleiterin Antonia Veramendi
 aus der Laudatio: "SchlaU heißt „Schulanaloger Unterricht“ in dem rund 320 junge Flüchtlinge analog zum Kernfächerkanon der bayerischen Mittelschulen in bis zu 20 Klassen unterrichtet und zum Schulabschluss geführt werden. Etwa 85 Schülerinnen und Schüler machen jährlich einen Schulabschluss und werden in Ausbildung oder weiterführende Schulen vermittelt.
Die Schule ist in 4 Stufen des Spracherwerbs gegliedert:
Eine Alphabetisierungs-, eine Grund-, eine Mittel- und eine Abschlussstufe.
SchlauschülerInnen jubeln
Nach einem selbstentwickelten Eingangstest, der den Sprachstand und die Mathematik-Kenntnisse erfasst, erfolgt die Aufteilung der Schülerinnen und Schüler auf die Stufen. Diese Stufen sind durchlässig, denn das Ziel besteht darin, die Schülerinnen und Schüler optimal zu fördern und wenn sich herausstellt, dass ein Schüler wegen guter Vorbildung eine Stufe ganz oder teilweise überspringen kann, so kann das problemlos umgesetzt werden. Ebenso kann auch bei Überforderung während des Schuljahres ein Wechsel erfolgen. Für die unterjährigen Wechsel sind die erreichten Kompetenzen entscheidend. Der Mathematikunterricht hat eine Sonderstellung, denn das Mathematikverständnis ist unabhängig vom aktuellen Sprachstand. Deshalb wird dieser Unterricht aus dem Klassenverband ausgegliedert und in einem parallelen Kurssystem durchgeführt.
Wie im staatlichen Schulsystem werden zweimal jährlich Zeugnisse vergeben, die von Lernentwicklungsgesprächen begleitet werden...."


Auf Platz 2 wurde von der Jury die Grundschule an der Helmholtzstraße gesetzt.

Schulleiterin Manuela Schwimmbeck und ihre SchülerInnen


aus der Begründung: "...Die Grundschule an der Helmholtzstraße besticht durch ihre großartige Strukturierung unterschiedlichster Prozesse. Dies betrifft z.B. die klare Zuweisung von Verantwortlichkeiten. Nicht die Schulleitung allein organi-
siert die Schule, sondern dies geschieht unter 

Mithilfe des engagierten Kollegiums. 

Zur hervorragenden Organisationsstruktur der Grundschule an der Helmholtzstraße gehören auch die vielfältigen erfolgreichen Interaktionen mit dem Tagesheim, den Ganztagsbetreuerinnen und Ganztagsbetreuern oder den Kindergärten, aus denen die künftigen Schülerinnen und Schüler kommen. Alle diese Einrichtungen haben von der großen Zugänglichkeit der Lehrerinnen und Lehrer dieser Grundschule berichtet und erleben die Kooperation als erfolgreich und bereichernd auch für ihre eigenen Organisationen...."



Den dritten Preis erhielt die Wilhelm-Busch-Realschule

Die Jury meinte dazu: "Die Schulgemeinschaft, einer der größten Realschulen in München, hat sich mit fast 700 Schülerinnen und Schülern, deren Eltern, einem großen Kollegium und zahlreichen 
Kooperationspartnerinnen und -partnern auf den Weg gemacht, gemeinsam weitreichende Schritte in Richtung Zukunft zu wagen. Mit viel Engagement aller Beteiligten, Durchhaltewillen und Gestaltungsfreude hat sich die Schule innerhalb der letzten Jahre eine neue Struktur gegeben.

Die Schulleiterin Brigitte Preiß kam mit vielen VertreterInnen  aus Schüler- und Lehrerschaft












Die großen Umwälzungen, die damit für die gewachsene Schulgemeinschaft verbunden waren, sieht man dem Bestandsbau von außen betrachtet zunächst nicht an. Die Neugliederung der Schule in fünf Lernhäuser hat aber einiges verändert und viele weitere Entwicklungen angestoßen. Die neu geschaffene Lernhausstruktur fördert die Beziehung zwischen den Jugendlichen und den Lehrkräften und erleichtert die Zusammenarbeit der Kolleginnen und Kollegen, die so die Schülerinnen und Schüler noch besser unterstützen und fördern können: Ein Konferenzfenster ermöglicht eine gute Koordinierung des Teamteachings und hilft, die regelmäßig stattfindenden Lernbegleitgespräche mit jedem einzelnen Jugendlichen vorzubereiten.
Dieses Coaching, Regeln und Routinen, das Doppelstundenprinzip und die kleineren Organisationseinheiten geben den Schülerinnen und Schülern Sicherheit, Orientierung und ein Gefühl des Aufgehobenseins. Die Schule legt ihr Augenmerk auf soziales Lernen und Persönlichkeitsentwicklung. Sie bietet hier viele Neigungskurse und Arbeitsgemeinschaften, vor allem im Bereich der kulturellen Bildung, an. Gleichzeitig sind die Schülerinnen und Schüler über den Klassenrat und die Lernhaussprecherinnen und -sprecher aktiv an der Schulentwicklung beteiligt, übernehmen Verantwortung als Tutorinnen und Tutoren und sind in die Gestaltung der Schule fest eingebunden – so auch bei der Entscheidung für die Lernhausstruktur...."

13. Januar 2017

Grund für die Sendepause

Seit vier Wochen hat Hauptschulblues nichts mehr geschrieben.
Am 31.12.2016 wurde in den Blog eingebrochen.
Ob Hauptschulblues hier weiter macht, oder an anderer Stelle, oder sich in anderen Medien oder Plattformen äußert, das überlegt er.
Im Moment macht er mal hier ein wenig weiter.