17. Januar 2017

Münchner Schulpreis 2017


Am 17. Januar 2017 war die Preisverleihung.

Erster Sieger wurde die SchlaU-Schule.
Schulleiterin Antonia Veramendi
 aus der Laudatio: "SchlaU heißt „Schulanaloger Unterricht“ in dem rund 320 junge Flüchtlinge analog zum Kernfächerkanon der bayerischen Mittelschulen in bis zu 20 Klassen unterrichtet und zum Schulabschluss geführt werden. Etwa 85 Schülerinnen und Schüler machen jährlich einen Schulabschluss und werden in Ausbildung oder weiterführende Schulen vermittelt.
Die Schule ist in 4 Stufen des Spracherwerbs gegliedert:
Eine Alphabetisierungs-, eine Grund-, eine Mittel- und eine Abschlussstufe.
SchlauschülerInnen jubeln
Nach einem selbstentwickelten Eingangstest, der den Sprachstand und die Mathematik-Kenntnisse erfasst, erfolgt die Aufteilung der Schülerinnen und Schüler auf die Stufen. Diese Stufen sind durchlässig, denn das Ziel besteht darin, die Schülerinnen und Schüler optimal zu fördern und wenn sich herausstellt, dass ein Schüler wegen guter Vorbildung eine Stufe ganz oder teilweise überspringen kann, so kann das problemlos umgesetzt werden. Ebenso kann auch bei Überforderung während des Schuljahres ein Wechsel erfolgen. Für die unterjährigen Wechsel sind die erreichten Kompetenzen entscheidend. Der Mathematikunterricht hat eine Sonderstellung, denn das Mathematikverständnis ist unabhängig vom aktuellen Sprachstand. Deshalb wird dieser Unterricht aus dem Klassenverband ausgegliedert und in einem parallelen Kurssystem durchgeführt.
Wie im staatlichen Schulsystem werden zweimal jährlich Zeugnisse vergeben, die von Lernentwicklungsgesprächen begleitet werden...."


Auf Platz 2 wurde von der Jury die Grundschule an der Helmholtzstraße gesetzt.

Schulleiterin Manuela Schwimmbeck und ihre SchülerInnen


aus der Begründung: "...Die Grundschule an der Helmholtzstraße besticht durch ihre großartige Strukturierung unterschiedlichster Prozesse. Dies betrifft z.B. die klare Zuweisung von Verantwortlichkeiten. Nicht die Schulleitung allein organi-
siert die Schule, sondern dies geschieht unter 

Mithilfe des engagierten Kollegiums. 

Zur hervorragenden Organisationsstruktur der Grundschule an der Helmholtzstraße gehören auch die vielfältigen erfolgreichen Interaktionen mit dem Tagesheim, den Ganztagsbetreuerinnen und Ganztagsbetreuern oder den Kindergärten, aus denen die künftigen Schülerinnen und Schüler kommen. Alle diese Einrichtungen haben von der großen Zugänglichkeit der Lehrerinnen und Lehrer dieser Grundschule berichtet und erleben die Kooperation als erfolgreich und bereichernd auch für ihre eigenen Organisationen...."




Den dritten Preis erhielt die Wilhelm-Busch-Realschule

Die Jury meinte dazu: "Die Schulgemeinschaft, einer der größten Realschulen in München, hat sich mit fast 700 Schülerinnen und Schülern, deren Eltern, einem großen Kollegium und zahlreichen 
Kooperationspartnerinnen und -partnern auf den Weg gemacht, gemeinsam weitreichende Schritte in Richtung Zukunft zu wagen. Mit viel Engagement aller Beteiligten, Durchhaltewillen und Gestaltungsfreude hat sich die Schule innerhalb der letzten Jahre eine neue Struktur gegeben.

Die Schulleiterin Brigitte Preiß kam mit vielen VertreterInnenaus Schüler- und Lehrerschaft












Die großen Umwälzungen, die damit für die gewachsene Schulgemeinschaft verbunden waren, sieht man dem Bestandsbau von außen betrachtet zunächst nicht an. Die Neugliederung der Schule in fünf Lernhäuser hat aber einiges verändert und viele weitere Entwicklungen angestoßen. Die neu geschaffene Lernhausstruktur fördert die Beziehung zwischen den Jugendlichen und den Lehrkräften und erleichtert die Zusammenarbeit der Kolleginnen und Kollegen, die so die Schülerinnen und Schüler noch besser unterstützen und fördern können: Ein Konferenzfenster ermöglicht eine gute Koordinierung des Teamteachings und hilft, die regelmäßig stattfindenden Lernbegleitgespräche mit jedem einzelnen Jugendlichen vorzubereiten.
Dieses Coaching, Regeln und Routinen, das Doppelstundenprinzip und die kleineren Organisationseinheiten geben den Schülerinnen und Schülern Sicherheit, Orientierung und ein Gefühl des Aufgehobenseins. Die Schule legt ihr Augenmerk auf soziales Lernen und Persönlichkeitsentwicklung. Sie bietet hier viele Neigungskurse und Arbeitsgemeinschaften, vor allem im Bereich der kulturellen Bildung, an. Gleichzeitig sind die Schülerinnen und Schüler über den Klassenrat und die Lernhaussprecherinnen und -sprecher aktiv an der Schulentwicklung beteiligt, übernehmen Verantwortung als Tutorinnen und Tutoren und sind in die Gestaltung der Schule fest eingebunden – so auch bei der Entscheidung für die Lernhausstruktur...."

13. Januar 2017

Grund für die Sendepause

Seit vier Wochen hat Hauptschulblues nichts mehr geschrieben.
Am 31.12.2016 wurde in den Blog eingebrochen.
Ob Hauptschulblues hier weiter macht, oder an anderer Stelle, oder sich in anderen Medien oder Plattformen äußert, das überlegt er.
Im Moment macht er mal hier ein wenig weiter.

12. Dezember 2016

Gute Schule? Gibt es die?

In den Medien geistert wieder die Frage herum, was eine "gute" Schule ausmacht. Je mehr man/frau fragt, desto mehr verschiedene Antworten gibt es:

Gute Schulen müssen aufregend sein.
Gute Schulen müssen den Willen zur Veränderung haben.
Gute Schulen müssen Leistung ermöglichen und honorieren.
Gute Schulen müssen ihre Arbeit reflektieren.

Die Hertie-Stiftung hat die Preisträgerschulen seit 1999 von "Starke Schule" evaluiert und heraus kam folgendes:

Eine gute Schule

… ist ein Lern- und Lebensort für alle Schülerinnen und Schüler.
… ist eine inklusive Schule, die die Heterogenität ihrer Schülerschaft als Chance sieht und

     für Schulentwicklung nutzt.
… schafft und erhält eine Atmosphäre gegenseitigen Respekts und Wertschätzung.
… hat Lehrkräfte, die sich an den Stärken ihrer Schüler orientieren.
... hat Lehrkräfte, die die Lernstände der Schüler systematisch erfassen.
…hat Lehrkräfte, die die Schüler individuell fördern.  
... hat Lehrkräfte, die die Schüler beim Erwerb fachlicher und überfachlicher Kompetenzen

    unterstützen.
... hat ein starkes Konzept zur Qualitätsentwicklung.
… nutzt interne und externe Evaluationsverfahren sowie vielfältige Fortbildungsangebote zur

    Weiterentwicklung.
hat Steuergruppen für die Planung von Schulentwicklungsprozessen.
… hat Lehrkräfte, die klassenübergreifend in Teams arbeiten und nach Maßgabe der Umstände auch

    Teamteaching und gegenseitige Hospitationen durchführen.
... hat ein ausformuliertes Leitbild oder Schulprogramm.
… diese sollten über klischeehafte Schlagworte hinausgehen und aussagekräftig das Ziel der Schule

     beschreiben.
… das Schulprogramm darf keine Ansammlung gerade zufällig angebotener Projekte sein, sondern 

     Projekte, Aktivitäten oder Schwerpunkte sollen sich vielmehr am Leitbild orientieren.
… das Leitbild soll nicht unverrückbar sein, es kann wegen äußerer und innerer Gegebenheiten 

     modifiziert werden.
… bindet Eltern in Bildungs- und Entscheidungsprozesse ein.
... informiert Eltern regelmäßig über die schulische und soziale Entwicklung ihres Kindes.
… erarbeitet gemeinsam mit den Eltern Perspektiven für die Lernentwicklung ihres Kindes.
… bietet Eltern die Möglichkeit, das Schulleben aktiv mit zu gestalten.
… macht Angebote zur Elternbildung.
… ist mit ihrem lokalen und regionalen Umfeld eng vernetzt.
… hat vielfältige Kooperationen mit Partnern aus der Wirtschaft, der öffentlichen Verwaltung und

     dem Bildungsbereich.
… knüpft Kontakte zur direkten Nachbarschaft, wenn sie zum Leitbild passen.
… bietet Schülern praktische Erfahrungsmöglichkeiten und Lernorte außerhalb der Schule.
… stellt ihren Schülern Betreuungsangebote über den Unterricht hinaus zur Verfügung.
… dies muss nicht zwangsläufig der rhythmisierte Ganztag sein, es gibt hier vielfältige 

     Möglichkeiten über den offenen Ganztag, Schülerclubs und Lerngruppen bis hin zu anderen  
     kreativen Formen, die zum Schulprofil passen.
… gestaltet ab der Sekundarstufe I die Berufsorientierung als mehrjährigen,

     kontinuierlichen, fächerübergreifenden und stufenförmig aufgebauten Prozess.
… begleitet ihre Schüler da, wo es nötig ist, auch individuell, um einen gelingenden Übergang in das

    Berufsleben zu ermöglichen.
… dazu nutzt sie Kontakte mit der Berufsberatung, Kammern und Betrieben.
… arbeitet auch auf Anschlüsse und nicht nur auf Abschlüsse hin.

7. Dezember 2016

Marokkos neue Schulbücher

Dieser Tage ging eine kleine Meldung durch einen Teil der Presse: Marokko ließ von einer Kommission 390 Schulbücher überarbeiten bzw. von bestimmten Inhalten entrümpeln.
Korantexte, die in die Nähe von Gewalt weisen, wurden entfernt.
Bildergebnis für Marokkos neue Schulbücher
Bild: Deutschlandfunk











Treibende Kraft ist König  Mohammed VI.
Kinderehe, die in Marokko ohnehin verboten ist, kommt in Schulbüchern nicht mehr vor.
Frauendarstellungen mit Kopftüchern entfallen.
Traditionelle Rollen fallen weg: Mama mit Tochter in der Küche, Papa mit Sohn fernsehend.
Das ist in Marokko natürlich umstritten: Die konservativen Kräfte wehren sich.

24. November 2016

Münchner Schulpreis 2017


Folgende Schulen wurden im Juli 2016 für den Münchner Schulpreis 2017 nominiert:


Münchner Schulpreis

Grundschule an der Eduard-Spranger-Straße
Grundschule an der Helmholtzstraße
Jan-Amos-Comenius Grundschule - Münchner Schulstiftung Ernst v. Borries
SchlaU-Schule - Trägerkreis Junge Flüchtlinge
Städtisches Heinrich-Heine-Gymnasium
Städtische Wilhelm-Busch-Realschule




Es wird ein spannendes Rennen um die drei ersten Platzierungen geben.
Am 17. Januar 2017 im Rahmen der Auftaktveranstaltung zum 5. Münchner Ganztagsbildungskongress werden die drei Sieger bekannt gegeben.