19. September 2016

Eltern sind zufrieden(er) mit den Ganztagsschulen


Das hat eine Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung ergeben.
4000 Eltern von Schulkindern wurden befragt. 2/3 der Eltern geben dem Ganztagesangebot gute Bewertungen. Rund 1/3 der Eltern von Halbtagsschülern würden, könnten sie sich nochmal neu entscheiden, ihre Kinder in den Ganztag schicken.
Bild: bllv
Rund 2/3 der Schulen in Deutschland sind ganztägig offen. Spitzenreiter ist Hamburg mit fast 90% , gefolgt von Sachsen mit 80%. Bayern legt abgeschlagen auf dem letzten Platz. Hier bieten nur 15% aller Schulen Ganztagesangebote an. Die bayerische Staatsregierung beruft sich natürlich in der Rechtfertigung auf zwei Argumente: Zum einen sei der Elternwille zu berücksichtigen. Und viele Eltern wollen keine Ganztagesschule. Zum anderen argumentiert sie, dass die 15% gar nicht stimmen, weil es auch offene Ganztagesschulen und Horte gibt, die ebenfalls ganztägig betreuen.
Und warum sind die Eltern so zufrieden mit der Ganztagesbetreuung? Nicht weil die Ausstattung mit Lehrerstunden und Sachaufwand derart hervorragend ist - nein.
Weil die Schulleitungen und Kollegien sich krumm und quer legen, um den Ganztag positiv zu gestalten.

16. September 2016

Zadie Smith - NW

Zur Zeit lese ich den zweiten sehr erfolgreichen Roman der Londoner Autorin Zadie Smith. Oft muss ich mich hindurch kämpfen, weil ich viele Ausdrücke der Nordlondener Working Class nicht kenne - das tut aber dem Lesevergnügen keinen Abbruch.

27314914
Wo genau der Roman spielt, weiß ich noch nicht: Caldwell - Willesden - Kilburn? Aber egal, liegt alles nah beieinander.
Die Handlung dreht sich um vier Schulfreunde, zwei Frauen und zwei Männer, die versuchen, aus der Working Class aufzusteigen. Einer Frau gelingt es einigermaßen. Mehr wird nicht verraten - außer dass der Roman sehr experimentell geschrieben ist und die Erzählperspektiven sich rasant ändern.
Ray Davies und Keith Moon sind übrigens in derselben Neighbourhood aufgewachsen, nur ein paar Jahrzehnte früher.
Erschienen ist das Buch bei Penguin, kleinformatig, leider auch mit kleiner Schrift.

12. September 2016

Mehr als 56% der SchülerInnen unter Stress


An der Universität Augsburg läuft eine Untersuchung, die das Stressverhalten von SchülerInnen (fast) europaweit untersucht.
Dabei kam heraus, das in Deutschland 56,1% der Untersuchten unter Stressphänomena, besonders vor Leistungsfeststellungen, leiden.

Bildergebnis für schulstress
Bild: br.de
Spitzenreiter ist Italien mit fast 58%, am Ende der Skala liegt Norwegen mit knapp 30%.
Was schlägt nun die Pädagogik vor und verkauft es als das Allerneueste?
Antistressprogramme im Klassenzimmer mit Musik (Ich ließ meine Legasthenikerschüler in den 70ern und 80ern auch Pink Floyd hören).
Wäre es nicht sinnvoller, Eltern dahin gehehend zu beraten, dass sie ihre Kinder unabhängig von ihren eigenen Elternträumen und -wünschen auf die ihren Kindern angemessene Schulart schicken, anstatt sie in eine Schule zu pressen, in der sie vor Prüfungen Angst haben müssen?
Eine Untersuchung über das Niveau an den Gymnasien und Realschulen in den Jahren 1996 und 2016 wäre auch einmal interessant.

7. September 2016

Handwerk ist nicht beliebt


Das stellte das Marktforschungsinstitut Mafo fest.
Wie überraschend.
An meiner Schule sah ich immer schon (der Verbleib der SchülerInnen nach dem Abschluss wurde dokumentiert), dass Arbeit, bei der man schmutzige Hände bekommt oder bei der man schwitzt, nicht sehr begehrt war. Beliebt waren Berufe, bei denen man helle Kleidung trägt, bei denen man möglichst nicht aus dem eigenen Quartier in die weite Welt hinaus musste.
Maler und Lackierer? Trockenbauer? Eine Zumutung. Bäcker? Blöde Arbeitszeiten.
Laut Mafo wollen die Schüler weder schwere körperliche Arbeit (72,3 Prozent) noch Schmutz und Lärm bei der Arbeit (55,2 Prozent). Außerdem fehlt ihnen bei vielen Berufen die mangelnde gesellschaftliche Anerkennung (43,7 Prozent).
Nur: Was geschieht mit all den Hochschulabsolventen, die zu erwarten sind?
അടുക്കത്ത് അമ്പലം - തറ.JPG

6. September 2016

Interkulturelle Fortbildung an Schulen


Der SVR-Forschungsbereich und das Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache haben eine Untersuchung durchgeführt, deren Ergebnisse heute veröffentlicht wurden.
Jedes dritte Schulkind in der BRD hat einen Migrationshintergrund. Lehrerinnen und Lehrer in den meisten Bundesländern werden aber immer noch unzureichend auf den Schulalltag im Jahr 2016 und später vorbereitet, und zwar im Studium, im Referendariat und in der Lehrerfortbildung.Sie können ja selbst den Link "Untersuchung" klicken und das Ergebnis in komprimierter Form nachlesen.
Sehr beruhigend ist, dass sich eine Schule in München auf den Weg gemacht hat und sich für die nächsten 2-3 Jahre der interkulturellen Fortbildung verschrieben hat. Bildergebnis für interkulturelle Arbeit
Dazu hat  sie sich zwei kompetente Partner ins Boot geholt: Den Lehrstuhl für Schulpädagogik der LMU München und die Stelle für Interkulturelle Arbeit des Sozialreferats der Landeshauptstadt München.
Das lässt doch hoffen.